16. Februar 2018

Der Verdauungstrakt – Motor fürs Immunsystem

Der Verdauungstrakt mit Darm und Co.Der Verdauungstrakt hat die Aufgabe die zugeführte Nahrung in ihre Einzelbausteine zu zerlegen und so dem Körper die darin enthaltenden Nähr- und Vitalstoffe zur Verfügung zu stellen. Dies geschieht in unserem durchschnittlich 5-6 Meter langen Verdauungskanal. Zum Verdauungskanal gehören der Mund, die Speiseröhre, der Magen, der Dünndarm und der Dickdarm. Doch auch die Bauchspeicheldrüse, die Leber, die Gallenblase und die Nieren sind an der Verdauung unseres Essens beteiligt.

Ist unser Verdauungstrakt fit und voll funktionsfähig, geht es auch unserem Immunsystem gut. Warum das so ist, soll dieser Artikel klären. Mit verständlichen kurzen Worten, wird der Weg der Nahrung und die Aufgabe der einzelnen Verdauungsabschnitte erklärt. Am Ende gibt es dann noch Tipps zur natürlichen Darmpflege ohne Präparate.

Die Mundhöhle

Eingeleitet wird der Verdauungsvorgang im Mund. Das gründliche Kauen der Nahrung ist sehr wichtig. Denn der Verdauungsprozess Beginn bereits im Mund. Die Zunge schiebt die Nahrung innerhalb der Mundhöhle zwischen den Zahnreihen hin und her, drückt sie gegen den Gaumen und durchmischt sie mit Speichel. Die Zähne zerkleinern die Nahrung und die Zungenspitze signalisiert unserem Körper wonach die Nahrung schmeckt. Das Einspeicheln der Nahrung dient nicht nur dafür, dass das Essen leichter durch die Speiseröhre gelangt, sondern leitet bereits im Mund die Kohlenhydratverdauung ein. Ganz nebenbei wirkt der Speichel desinfizierend und sogt aufgrund dieser Wirkung dafür, dass wir weniger Schädlinge über die Nahrung aufnehmen. Idealerweise wird die Nahrung so lange im Mund gekaut bis diese einen breiförmigen Zustand aufweist.



Die Speiseröhre

Der zweite Abschnitt des Verdauungstraktes ist die Speiseröhre. Sie ist das Verbindungsstück zwischen Mundhöhle und Magen. Wellenförmig befördert sie die Nahrung nach dem Schlucken in den Magen. Diese Wellen werden durch Muskelanspannung und Muskelentspannung erzeugt. Es handelt sich hierbei um einen Reflex, den wir nicht bewusst steuern können. Eine Klappe (Magenpförtner/Pyloros) am Ende der Speiseröhre sorgt dafür, dass das Essen in den Magen gelangt, jedoch keine Magensäure zurück in die Speiseröhre. Dieser Verschlussmechanismus wir jedoch bei Erbrechen beispielsweise außer Funktion gesetzt. Innerhalb der Speiseröhre finden keine Verdauungstätigkeiten statt, sie ist ein reines Transportorgan.

Der Magen

Abschnitt Nummer 3 im Verdauungstrakt ist der Magen. Die Aufgabe des Magens besteht darin die Nahrung zu speichern, mit dem Sekret der Magendrüsen zu vermischen und alles zusammen in kleine Portionen an den Dünndarm weiter zu geben. Der Magen ist in der Lage seine Größe zu ändern und sich bis zu einem gewissen Grad der Menge der zugeführten Nahrung anzupassen. Der Magensaft sorgt dafür, dass Keime und Mikroorganismen abgetötet werden und leitet durch die Gerinnung des zugeführten Eiweiß die Eiweißverdauung ein. Außerdem wird hier das Glykoprotein mit dem Namen Intrinsic factor produziert und an die Nahrung abgeben. Dieses ermöglicht dem Dünndarm die Aufnahme von Vitamin B12. Die Verweildauer der Nahrungsmittel im Magen liegt zwischen wenigen Minuten bis hin zu 8 Stunden. Kohlenhydrate bleiben 1-2 Stunden, Eiweiße 2-3 Stunden und Fette bis zu 8 Stunden im Magen.

Der Dünndarm

Der vierte Abschnitt im Verdauungstrakt ist der Dünndarm. Dieser unterteilt sich in drei aufeinanderfolgende Bereiche:

  • Zwölffingerdarm
  • Leerdarm
  • Krummdarm

Der Dünndarm ist im Körper für die Nahrungsaufnahme der wichtigste Ort. Von den drei genannten Abschnitten übernimmt der Zwölffingerdarm den größten Teil der Kohlenhydrat- und Eiweißaufnahme. Hier befinden sich auch die Ausgänge der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase.

Würden wir denn Dünndarm mit all seinen Darmzotten auseinander falten entstünde eine Fläche von etwa 100 Quadratmetern. Das entspricht etwa der Größe eines Volleyballfeldes. Diese unglaublich große Fläche ist notwendig, um zum einen die zugeführten Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße aufzunehmen, aber auch um einen Teil der Vitamine, Mineralstoffe und Co. über die Schleimhaut des Darms in den Blutkreislauf zu befördern.

Ähnlich, wie in der Speiseröhre, wird der Nahrungsbrei durch wellenartige Bewegung immer weiter transportiert. Diese Bewegung wird auch als Darmperistaltik bezeichnet.



Der Dickdarm

Den letzten Abschnitt im Verdauungstrakt bildet der Dickdarm. Hier

  • Wasser
  • Gallsäure
  • Mineralstoffe
  • Vitamine und Co.

aufgenommen. Bei einer gesunden Ernährungsweise werden etwa 5-10 % der aufgenommen Nahrung am Ende des Verdauungsvorganges ausgeschieden.

Weitere zum Verdauungstrakt gehörende Organe

Auch, wenn die Nahrung nicht auf direktem Wege durch die Leber gelangt, spielt diese körpereigene Chemiefabrik eine zentrale Rolle in der Verstoffwechselung unseres Essens. Sie übernimmt eine wichtige Rolle im Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel. Hier wird die aus den Kohlenhydraten gewonnene Glukose in Glykogen umgewandelt, eingespeichert und bei Bedarf an den Körper abgegeben. Sie ist im Rahmen des Eiweißstoffwechsels an der Produktion und dem Aufbau von Proteinen beteiligt und ist der Abbauort für Fette innerhalb des Fettstoffwechsels. In der Leber wird tagtäglich etwa 1 Liter Gallensaft produziert. Außerdem filtert sie als Entgiftungsorgan unzählige giftige Substanzen und baut diese in ungiftige Stoffe um. Ganz nebenbei bildet sie Harnstoffe und Ketonkörper und ist für den Wärmehaushalt des Körpers zuständig.

Auch die Gallenblase erfüllt verschieden Aufgaben innerhalb der Verdauung. So eliminiert sie diverse Abbauprodukte wie Biliburin, Medikamente und Gifte und trägt zur Regulierung des Cholesteringehaltes bei. Die Gallensäure ist lebensnotwenig für die Fettaufnahme und Fettemulsion.

Die Bauchspeicheldrüse neutralisiert den Magensaft und gibt ihr Sekret direkt an den Zwölfingerdarm ab. In dieser Körperflüssigkeit sind alle Enzyme für die Spaltung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen enthalten. Des weiteren werden hier Insulin und Glucagon an den Körper abgegeben. Insulin sorgt für eine Absenkung des Blutzuckerspiegels und Glucagon setzt bei einer Unterzuckerung des Körpers Zucker ( Glykogen) aus der Leber frei.

Ausscheidungsorgane

Neben dem letzten Stück des Dickdarms verfügt unser Körper über weitere Ausscheidungsorgane. Zu Ihnen gehören unter anderen die Nieren, aber auch die Haut. Die Nieren scheiden Stoffwechselschlacken aus, regeln den Wasser- und Salzhaushalt im Körper und wirken sich auf den Blutdruck und die Blutbildung aus. Über die Haut werden in erster Linie Giftstoffe und Säuren abtransportiert.

Darmpflege

Um den Darm funktionsfähig zu erhalten ist eine gesunde, ausgewogene und vitalstoffreiche Ernährung das A und O. Außerdem ist es sehr empfehlenswert zwei mal im Jahr eine natürlich Darmreinigung durchzuführen. Besonders bewährt haben sich hier Heilerde, Flohsamschalen oder Leinsamen. Die genannten Nahrungsmittel können ins Müsli gemischt, zum Brotteig hin zugegeben oder in den Smoothie gemixt werden. Was ganz wichtig ist bei einer gesunden ballaststoffreichen Ernährung ist eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit in Form von Wasser. Ballaststoffe dienen zum einen unseren guten Darmbakterien als Nahrung und zum anderen helfen sie dabei entstandene Ablagerungen zwischen den Darmzotten abzutransportieren und auszuscheiden. Sind die Darmzotten frei, kann der Dünndarm seine Aufgabe „Die Aufnahme von Vitalstoffen sowie Kohlenhydraten, Fette und Eiweißen“ gut ausführen.

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Beatrice Schmidt - Ernährungsberaterin (BTB), Bloggerin, Autorin

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