7. September 2018

Fasten nach Dr. Buchinger – Infos und Tipps

Fasten nach Dr. Buchinger bedeutet: „Leben aus den körpereigenen Nahrungsdepots!“. Während des Fastens erhält der Körper die Chance, sich selbst zu regulieren und ordnend in die Grundvorgänge seines Stoffwechsels einzugreifen.

 



Wozu dient das Fasten?

Das Fasten dient in erster Linie der Entschlackung des Körpers. Unter Schlacken werden alle Stoffe verstanden, die der Körper eigentlich ausscheiden sollte, es jedoch aus den unterschiedlichsten Gründen (wie Fehlernährung, Umweltbelastungen, Stress und/oder Bewegungsmangel) nicht schafft. Die Schlackenstoffe lagern sich in den Zellzwischenraum ab und verschlechtern somit die Verbindung zwischen den Gefäßen und Organen. Dadurch werden die einzelnen Organe immer schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Beim Fasten werden alle Ausscheidungsorgane unterstützt. Hierzu gehören: der Darm, die Nieren, die Lunge, die Haut und die Zunge. Viele Fastengegner behaupten, dass es vollkommen ausreichend ist, eine Darmkur (zum Teil mit mehr oder weniger kostenintensiven Präparaten) durchzuführen. Dabei wird zwar der Darm gereinigt jedoch nicht alle anderen Ausscheidungsorgane.

Wer darf fasten?

Fasten nach Dr. Buchinger wird auch als das Fasten für Gesunde bezeichnet. Jeder der körperlich und geistig Gesund ist, darf grundsätzlich fasten.

Wer darf nicht fasten?

Nicht fasten dürfen:

  • Schwangere
  • Stillende
  • Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren

Wer sollte nur unter ärztlicher Aufsicht fasten?

Es gibt eine vielzahl von Personengruppen, die nur unter ärztliche aufsicht und/oder einer speziellen Fastnklinik fasten sollten. Hier zu gehören:

  • Diabetiker unter Medikamenten
  • Bluthochdruckpatienten unter Medikation
  • Rheumatiker
  • Herz-Kreislaufpatienten
  • Gichterkrankte
  • Alkohol- und Drogenabhängige
  • „Erstfaster“ über 60 Jahre
  • Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren
  • geisteskranke Personen
  • depressive Menschen
  • Personen mit Essverhaltensstörungen
  • Menschen, die dauerhaft Medikamente einnehmen

Falls Sie sich unsicher sind, ob Sie dazu körperlich in der Lage sind, sollten Sie sich im Vorfeld ärztlich bzw. alternativmedizinisch beraten lasse.



Wie läuft die Fastenzeit ab?

Die Zeit des Fastens untergliedert sich in vier Phasen:

  • Vorbereitungstage
  • Entlastungstage
  • Fastentage
  • Aufbautage

Die Zeit der Vorbereitung

In dieser Zeit werden wichtige oder auch unangenehme Termine erledigt und die Einkäufe für die Fastenzeit durchgeführt.

Die Entlastungstage bilden den Start

Die zweite Phase sind die 1-3 Entlastungstage. In diesen drei Tagen wird der Körper auf die folgenden Fastentage vorbereitet. Die Entlastungstage können aus Obst-, Reis- oder auch Gemüserohkosttagen bestehen. In dieser Zeit verabschiedet man sich beispielsweise von Genussmitteln, wie Kaffee, schwarzer Tee, Süßigkeiten und so weiter.

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Obsttage

  • 3 Pfund Obst über den Tag verteilt essen
  • Mindestens 2 l Mineralwasser (Natrium-und Nitratarm)
  • Mindestens 1 l Kräuter-oder Früchtetee, ungesüßt und ohne Zusatzstoffe

Reistage

  • 3x50g Reis (Trockengewicht) mit Obst oder Gemüse
  • Mindestens 2 l Mineralwasser (Natrium-und Nitratarm)
  • Mindestens 1 l Kräuter-oder Früchtetee, ungesüßt und ohne Zusatzstoffe

Rohkosttage

  • 3 Pfund Salate aus Obst und Gemüse, Blattsalate
  • Mindestens 2 l Mineralwasser (Natrium-und Nitratarm)
  • Mindestens 1 l Kräuter-oder Früchtetee, ungesüßt und ohne Zusatzstoffe

Die Fastentage

Die 3-5 Fastentage bilden die dritte Phase des Heilfastens. An diesen Tagen wird ausschließlich Flüssigkeit aufgenommen:

  • Nach dem Aufstehen: Warmes Wasser (ca. 250 ml)
  • Morgens: Fastentee (ca. 250 ml)
  • Mittags: salzfreie Gemüsebrühe (ca. 250ml)
  • Nachmittags: Fastentee (ca. 250 ml)
  • Abends: hochwertiger aufgewärmter Obst-/Gemüsesaft (ca. 250 ml)
  • Über den Tag verteilt: reichlich Wasser (2-4 l)

Außerdem wird der Körper durch eine Darmentleerung mittels Fastensalz (Tag 1) , durch Einläufe (Tag 3 und 5), Leberwickel (tgl. nach der Gemüsebrühe) und andere Maßnahmen bei der Entschlackung und Entgiftung unterstützt.

Anleitung Leberwickel

Die Aufbautage schließen das Fasten ab

Die vierte und somit letzte Phase sind dann die Aufbautage. Hier wird der Körper sehr behutsam und langsam wieder an feste Nahrung herangeführt.

Aufbautag 1

  • nach dem Aufstehen: 250 ml lauwarmes Wasser trinken
  • Morgens: 250 ml Fastentee mit einem Löffel „trinken“
  • Vormittags: Fastenbrechen mit einem reifen Apfel (klein geschnitten, langsam essen und gut kauen)
  • Mittags: Kartoffel-Karotten-Suppe, püriert
  • Nachmittags: 250 ml Fastentee
  • zum Abendessen: Tomatensuppe, püriert
  • Über den Tag verteilt: reichlich Wasser (2-4 l)

Aufbautag 2

  • nach dem Aufstehen: 250 ml lauwarmes Wasser trinken
  • Morgens: Frischkorn- oder Haferbrei
  • Mittags: Kartoffeln und/oder leicht verdauliches Gemüse
  • Nachmittags: 250 ml Fastentee
  • Abends: Zarter Blattsalat mit leichtem Dressing
  • Über den Tag verteilt: reichlich Wasser (2-4 l)

Aufbautag 3

  • nach dem Aufstehen: 250 ml lauwarmes Wasser trinken
  • Morgens: Frischkornbrei oder Müsli (mit Getreidedrink)
  • Mittags: Reis und/oder leicht verdauliches Gemüse
  • Nachmittags: 250 ml Fastentee
  • Abends: Vollkornbrot oder Vollkornknäckebrot mit leichtem veganen Aufstrich
  • Über den Tag verteilt: reichlich Wasser (2-4 l)

Nach dem letzten Aufbautag starten Sie wieder mit einer vollwertigen gesunden Ernährungsweise. Lassen Sie es hierbei langsam angehen. Kauen Sie Ihre Nahrung gründlich und trinken Sie auch weiterhin viel Flüssigkeit.

Fasten im Alltag?

Es ist zwar schön wenn man sich Urlaub nehmen kann, um ganz entspannt zu fasten und auch in sich zu gehen, doch ist dies nicht zwingend erforderlich. Wer sich nicht von der Arbeit frei nehmen kann und/oder einen Haushalt und Kinder zu versorgen hat, kann dennoch gut im Alltag fasten. Wichtig ist, dass unwichtige Termine abgesagt werden, keine Ferienveranstaltungen oder andere Feste auf dem Programm stehen und alles ein wenig ruhiger und entspannter von statten geht.

Wie oft sollte man fasten?

Ein bis zweimal pro Jahr wäre es gut zu fasten. Einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. In diesen Zeiten ist unser Körper am besten auf Veränderungen eingestellt und das Fasten wird dadurch richtig intensiv und der Organismus wird sehr gut gereinigt.

Mit oder ohne Anleitung/ Begleitung?

Gerade Erstfaster ist es angenehmer unter Anleitung zu fasten. Das gibt mehr Sicherheit und eventuell auftretende Fastenflauten können besser angepackt werden. Ab dem zweiten oder dritten Mal geht es dann sicher auch allein sehr gut.

Fastenflauten

Die Fastenflauten treten meistens innerhalb der Fastentag, also zwischen dem zweiten und vierten Fastentag auf. Zu ihnen gehören:

  • Schwächegefühle
  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Antriebslosigkeit
  • schlechte Laune
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen

Wenn Sie derlei Symptome bei sich feststellen, schalten Sie einfach einen Gang zurück. Machen Sie langsame Spaziergänge an der frischen Luft und prüfen Sie, ob Sie auch genug Flüssigkeit zu sich nehmen.

Allein oder in der Gruppe?

Lebt man in einer Beziehung ist es sicher einfacher, wenn der Partner/ die Partnerin ebenfalls fastet oder es zumindest respektiert, was man macht. Eine Fastengruppe bietet ebenfalls einige Vorteile. Sie ist eine gute Plattform zum gegenseitigen Austausch und man merkt, dass es anderen Menschen ähnlich ergeht, wie einem selbst.

Weiterführende Literatur

Damit Sie sich besser auf die Fastenzeit vorbereiten können, lesen Sie sich noch mehr in das Thema ein. Folgende Bücher liefern Ihnen wertvolle Informationen zum Fasten im Allgemeinen und zum Fasten nach Dr. Buchinger im Speziellen:

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