20. Februar 2018

Alles in Balance – Der Säure-Basen-Haushalt

Um einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt zu erreichen ist es wichtig zu verstehen woher eine Übersäuerung des Körpers kommt. Dies geschieht durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Die Hauptauslöser sind:

  • ungünstige Ernährungsgewohnheiten
  • Umweltgifte
  • Einnahme von Medikamenten
  • Stress
  • Bewegungsmangel

Die drei Stufen der Übersäuerung:

Eine unausgeglichener Säure-Basen-Haushalt kommt in der Regel nicht von jetzt auf gleich. Vielmehr untergliedert sich dieser in drei Stufen. Diese sind die

  1. latente Übersäuerung
  2. chronisch-latente Übersäuerung
  3. akute Übersäuerung



Die Symptome der latenten und chronisch-latenten Übersäuerung:

  • Allgemeines Unwohlsein, erhöhte Infektanfälligkeit
  • Sodrennen, Blähungen und Bauschmerzen, Magen-Darm-Störungen
  • Juckreiz der Haut, Neurodermitis, fahle entzündliche Haut, trockene Haut
  • Matte Haare, Haarausfall
  • Erschöpfung, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche
  • Rheumatische Erkrankungen, Gicht
  • Entzündliche Bindegewebsschäden, anhaltende Entzündungen oder Eiterungen
  • Durchblutungsstörungen, kalte Hände oder Füße, Kopfschmerzen, Migräne

Alle genannten Symptome sind ein Zeichen dafür, dass der Körper mit Hilfe verschiedener regulierender Organe für einen gleichbleibenden ph-Wert im Blut Sorge trägt. Diese Organe werden auch als Säurepuffer bezeichnet. Sind alle Säurepuffer aufgebraucht, fällt der Blut-ph-Wert in einen sauren Bereich und kommt zu einer akuten Übersäuerung. Diese muss intensiv-medizinisch behandelt werden und stellt eine lebensbedrohliche Situation dar.

Zu den Säurepuffern gehören:

  • Knochen – Aus den Knochen wird unter anderen das eingelagerte Kalzium abgezogen, um einer Übersäuerung des Körpers entgegen zu wirken.
  • Leber – Sie wandelt Säure in Wasser und Harnstoff um. Beides wird nach der Umwandlung ausgeschieden.
  • Lunge – Säuren werden in Form von Kohlendioxid über die Lunge abgeatmet.
  • Haut – Durch den vom Körper produzierten Schweiß, werden ebenfalls Säuren abtransportiert.
  • Nieren – Über die Nieren werden überschüssige Säuren ausgeschieden.
  • Darm – Er transportiert alle Abfallprodukte ab, die die anderen Puffer-Organe produzieren und nicht von den Nieren ausgeschieden werden.

Neben den anfangs aufgeführten Symptomen, lässt sich eine Übersäuerung auch anhand des Urin-ph-Wertes feststellen. Hierfür werden über 3 Tage tgl. 7 Messungen durchgeführt und in eine Tabelle eingetragen. Die Teststreifen für die Messung des ph-Wertes gibt es beispielsweise unter dem Namen „tri.balance-pH-Teststreifen“. Auch kann der Hausarzt/Alternativmediziner durch eine gründliche Diagnostik herausfinden, wie es um die Säure-Basen-Balance im Körper bestellt ist.

Mögliche Folgeerkrankungen bei einer Dauerhaften Übersäuerung:

Die Liste der Erkrankungen, die mit einem unausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt im Zusammenhang gebracht werden, ist lang. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Depression und Burn-Out
  • Hyperaktivität
  • Übergewicht
  • Gicht
  • Allergien
  • Arterienverkalkung
  • Bindegewebserkrankungen
  • Osteoporose
  • Migräne
  • Rheuma
  • Neurodermitis
  • Herzinfakt
  • Krebserkrankungen
  • Galle-/ Nierensteine
  • Magen-Darm-Geschwüre
  • Schmerzsyndrome



Schutz vor Übersäuerung

Das beste Mittel gegen eine Übersäuerung des Körpers ist es, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Daher empfehle ich:

  • Viele basische Lebensmitteln zu sich zu nehmen -> Vollwerternährung
  • Nach einem sauren, einen rein basischen Tag zum Ausgleichen führen
  • Stress vermeiden/Entspannungszeiten fest in den Tag einplanen
  • Sport und generell Bewegung an der frischen Luft

Die Basische Ernährung

Da Säuren und Basen in erster Linie über die Ernährung in unseren Organismus gelangen, ist es besonders wichtig basenreiche Nahrungsmittel zuzuführen. Im Idealfall besteht unsere Nahrung zu 80% aus basischen und zu 20% aus säurebildenden Lebensmitteln. Ist dies der Fall kann der Körper und somit der komplette Stoffwechsel störungsfrei ablaufen. Einen Überblick über säurebildenden, basenbildende und ausgeglichene Nahrungsmittel entnehmen Sie bitte dieser Übersicht:

Säurebildene Lebensmittel:

  • Artischocken, getrocknete Linsen, Gemüsekonserven, Mais und Rosenkohl
  • Erdnüsse, Leinsamen und Sesam
  • Croissants, Gerste, Haferflocken, Knäckebrot, Maisstärke, Mischbrot, polierter Reis, Teigwaren aus Weißmehl, Nudeln aus Weißmehl, Weißbrot, Weizen, geschält, Weizengrieß, Auszugsmehl und deren Produkte sowie Zwieback
  • Alkoholische Getränke, Mineralwasser mit Kohlensäure, Kaffee, kurz gezogener schwarzer Tee und Süßgetränke
  • Créme fraîche, Dickmilch, Frischkäse, H-Milch, H-Sahne, Käse, Mozzarella, Parmesan, Quark, Sauerrahm, Sauerrahmbutter und Schmelzkäse, Ente, Fisch, Gans, Hammel, Hase, Hühnerfleisch, Kalbfleisch, Kaninchen, Lamm, Meeresfrüchte, Pute, Reh, Rindfleisch, Schinken, Schweinefleisch, Truthahn und all die anderen Tiere
  • Zucker, Süßigkeiten sowie Nahrungsmittel mit Geschmacksverstärkern, Farb- und Konservierungsstoffen, Fertig- und Halbfertigprodukte

Blasenbildungen Lebensmittel:

  • Algen, Aubergine, Bleichsellerie, Blumenkohl, frische Bohnen, Brokkoli, Chicorée, Eisbergsalat, frische Endivie, Fenchel, Frühlingszwiebel, frische Gurke, Karotten, Kartoffeln, Keimlinge/Sprossen, Kohlrabi, Kopfsalat, Knoblauch, Kräuter, Kürbis, Lauch, Löwenzahn, Mangold, Meerrettich, Petersilie, Pfifferlinge, Radieschen, Radicchio, weißer Rettich, Rhabarber, Rote Beete, Sauerkraut, Schwarzer Rettich, Schwarzwurzel, roher Spinat, Steinpilze, Topinambur, getrocknete weiße Bohnen, Weißkohl und Zucchini
  • Haselnüsse, Kürbiskerne, Mandeln und Sonnenblumenkerne
  • Ananas, Apfel, Aprikosen, Avocado, Banane, Birne, Brombeere, Erdbeere, getrocknete Früchte, Grapefruit, Heidebeere, Himbeere, Johannisbeere, Kirche, Kiwi, Mandarine, Mango, Melone, Mirabelle, Orange, Pfirsich, Pflaume, Stachelbeere, Trauben und Zitrone
  • Buchweizen und Sojamehl
  • Sojadrink, ungesüßter Kräutertee, Mineralwasser ohne Kohlensäure, grüner Tee, Matcha und lang gezogener schwarzer Tee

Ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt

  • Champignons, grüne Erbsen, Feldsalat, Grünkohl, Paprika, Rotkohl, gekochter Spinat, Tomaten, Wirsingkohl und Zwiebeln
  • Cashewkerne, Maronen, Pistazienkerne und Walnüsse
  • Amarant, ungesüßte Cornflakes, Grünkern, Hirse, Schrotbrot, Vollkornbrot, Vollkornprodukte, Vollkornreis und Weizenkeime
  • Getreidekaffee

Ich stell dann mal umNun wäre es aber ziemlich anstrengend immer darauf achten zu müssen, welche Nahrungsmittel man zu sich genommen hat und welche nicht. Es wäre erforderlich, gerade am Anfang einer Ernährungsumstellung immer ein Buch oder ein Zettel mit sich zu führen, wo alle Lebensmittel mit welcher Wirkung aufgeführt sind. Daher empfehle ich die dauerhafte Umstellung der Ernährung hin zu einer vollwertigen Kost. Sie ist eine natürliche Ernährungsform, die reich ist an basischen Lebensmitteln  und dem Körper alle lebensnotwendigen Vitalstoffe in ausreichender Menge zu führt. Wer sich vollwertig ernährt, nimmt automatisch alle Nahrungsmittel in genau dem richtigen Verhältnis zu sich. Wer sich noch nicht auf diese Weise ernährt, bekommt mit dem Ratgeber Ich stell dann mal um einen Mittel an die Hand vernünftig durch dir Ernährungsumstellung zu kommen.

Hilfe zur Wiederherstellung des Säure-Basen-Haushalt´s

Bei einer leichten Übersäuerung (Stufe 1) hilft bereits eine basenreiche vollwertige Mischkost. Bei mittlerer Übersäuerung (Stufe 2) ist ebenfalls eine basenreiche Ernährung empfehlenswert. Hinzu kommt ein qualitativ hochwertiges Basenpulver, Vitalstoffe in flüssiger Form sowie 2-3 l Flüssigkeit täglich (zum Beispiel stilles Wasser oder grüner Tee). Auch kann eine natürliche Darmreinigung mit Hilfe von Nahrungsmitteln den Körper unterstützen. Da ein funktionsfähiger Darm besser in der Lage ist angesammelte Abfallprodukte (unter anderen auch Säuren) abzutransportieren und Mineralstoffe, Vitamine und Co. zu absorbieren.

Basenpulver

Das verwendete Basenpulver sollte keine unnützen Zusatzstoffe enthalten und möglichst natürlich zusammen gesetzt sein. Nachfolgendes Rezept nach Dr. Sander können Sie ich in der Apotheke mischen lassen:

  • 10g Natrium phosphoricum
  • 10 g Kalium bicarbonicum
  • 100g Calcium carbonicum
  • 80 g Natrium bicarbonicum

Bei Bedarf kann das Basenpulver bis zu 3 mal täglich in 250 ml lauwarmen Wasser angerührt und Schluckweise eingenommen werden.

Bei den fertigen Pulvern sind die Basenpulver von Urbase sehr zu empfehlen. Sie enthalten nur das was sie enthalten sollen und sind alle frei von Zusätzen jeglicher Art. Auch das Dr. Jacobs Basenpulver ist sehr gut in seiner Zusammensetzung und daher ebenfalls zur Stabilisierung des Säure-Basen-Haushaltes geeignet.

Vitaminpräparat

Hier  gibt es viele verschieden empfehlenswerte Präparate. Diese sollten in jeden Fall in flüssiger Form eingenommen werden, da die enthaltenden Vitalstoffe so besser vom Darm aufgenommen werden können.

Natürlich Darmkur/-reinigung

Einmal täglich 1 TL Heilerde und bis zu 3 TL Dinkelkleie oder 2 TL geschroteten Leinsamen, am Besten in Naturjoghurt, einem Getreidedrink oder Obstsaft/-mus. Die Produkte sollten in Bio-Qualität sein. Auch Flohsamschalen eignen sich für die Durchführung einer natürlichen Darmreinigung. Wichtig ist, dass mit so ballaststoffreichen Nahrungsmitteln auch viel Flüssigkeit aufgenommen wird. Auf diese Weise können die Nahrungsmittel im Darm schon aufquellen und beim Gang durch den Darm alle Abfallprodukte in sich aufnehmen und abtransportieren.

Abschließende Wort zum Säure-Basen-Haushalt

Für alle, die gern noch vertiefend in das Thema Säure-Basen-Haushalt eintauchen möchten, gibt es viele spannende Bücher. Hierzu gehören unter anderen:

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Beatrice

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Beatrice Schmidt - Ernährungsberaterin (BTB), Bloggerin, Autorin

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