15. Juni 2020

Abnehmen mit Leptin

Leptin und Leptinresistenz

Leptin ist ein Appetitzügler. Das Hormon wird vom menschlichen Körper in den Fettzellen produziert.

Doch hilft es auch beim Abnehmen? Wir gehen der Frage nach, ob eine Einnahme von Leptin sinnvoll ist und klären den Begriff der Leptinresistenz.

Inhalt

Was ist Leptin?

Leptin ist ein Hormon. Dieses Hormon wird überwiegend vom Fettgewebe im Körper produziert. Es spielt eine wichtige Rolle in der Regulierung des Fettstoffwechsels.

Je mehr Fettzellen ein Körper hat, umso höher ist die Leptin-Produktion.

Leptin wirkt sich auf das Hunger-und Sättigungsgefühl aus. Das Hormon wurde 1994 entdeckt. Seither gibt es viele Untersuchungen, insbesondere in Bezug auf die Behandlung von Übergewicht.

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Wie wirkt Leptin?

Das Hormon Leptin wirkt auf natürliche Weise appetithemmend. Bei einem gesunden normalgewichtigen Menschen reguliert es sowohl das Sättigungs- als auch das Hungergefühl.

Erhöht sich der Anteil an Leptin im Blut, steigt das Sättigungsgefühl. Sinkt der Leptin-Anteil im Blut steigt das Hungergefühl.

Was ist eine Leptinresistenz?

Untersuchungen mit adipösen (übergewichtigen) Menschen haben ergeben, dass sich trotz hoher Leptin-Konzentration im Blut, kein Sättigungsgefühl, wie bei normalgewichtigen Menschen, einstellt.

Dieser Zustand wird als Leptinresistenz bezeichnet.

Welche Ursachen hat eine Leptinresistenz?

Die Ursachen für eine Leptinresistenz sind bisher nicht bekannt. Vermutet wird eine Veränderung in der Blut-Hirn-Schranke oder eine genetische Ursache.

Eine weitere Ursache für eine Leptinresistenz wird von Wissenschaftlern in ungünstigen Ernährungsweisen vermutet. So könnten sich vor allem zucker- und fetthaltige Nahrungsmittel auf den Leptin-Spiegel im Körper auswirken und so für eine Leptinresistenz sorgen.

Nach aktuellem wissenschaftlichem Stand ist nicht klar, ob Übergewicht die Ursache oder die Folge einer erhöhten Leptinresistenz darstellt.

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Welche Folgen hat eine Leptinresistenz?

Eine mögliche Folge ist die Entwicklung einer Hyperinsulinämie. Hierbei handelt es sich um eine erhöhte Konzentration des Hormons Insulin im Blut.

Die Hyperinsulinämie ist einer Vorstufe zu Diabetes-mellitus Typ 2.

Was hilft bei einer Leptinresistenz?

Der wissenschaftliche Ansatz bei der Behandlung einer Leptinresistenz, liegt in der Wiederherstellung der Leptin-Wirksamkeit im Körper.

Hierbei kommt eine Therapie mit verschiedenen Hormonen zum Einsatz. Zu diesen Hormonen gehören:

Alle drei Hormone sollen, richtig kombiniert, die Sättigungszentrale im Gehirn wiederherstellen und die körpereigene Gewichtssteuerung aktivieren.

Diese Behandlung erfolgt ausschließlich bei stark übergewichtigen Menschen und unter ärztlicher Aufsicht. Sie darf keinesfalls alleine durchgeführt werden.

Ein weiterer Ansatz ist die Erforschung des pflanzlichen Wirkstoffs Celastrol. Auch dieser soll sich direkt auf das Sättigungszentrum im Hirn auswirken. Celastrol befindet sich in der Wilfords Dreiflügelfrucht.

Der Ansatz für diese Behandlungsmethode stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin.

Klinische Studien laufen seit dem Jahr 2018 und sind bisher nicht abgeschlossen. Über die Wirksamkeit von Celastrol bei einer Leptinresistenz können wir keine abschließende Aussage treffen.

Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München, haben in Versuchen mit fettleibigen Mäusen eine Wirksamkeit des Wirkstoffes bewiesen.

. Bei allen Mäusen liegt eine genetisch bedingte Leptinresistenz vor.

Bei diesem Ansatz wird sowohl mit der zusätzlichen Gabe von Leptin gearbeitet als auch mit der Umstellung der Ernährung. Das Leptin wird über Spritzen direkt in den Blutkreislauf der Tiere eingebracht.

Bei der Ernährungsumstellung werden ungesunde Fette eingespart und stattdessen gesündere Nahrungsmittel eingesetzt.

Die Kombination aus fettarmer Ernährung und Leptin führte zu schlanken Mäusen. Die Kombination aus fettreicher Ernährung und Leptin führte zu dicken Mäusen.

Die Ergebnisse der Studie können sie in der Kurzfassung auf der Webseite des Bundeministeriums für Bildung und Forschung lesen.

Eine Wirksamkeit von Leptin beim Menschen konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Hilft Leptin beim Abnehmen?

Fettleibige beziehungsweise stark übergewichtige Menschen haben bereits einen erhöhten Leptin-Spiegel. Trotz dieses erhöhten Leptin-Spiegel stellt sich kein echtes Sättigungsgefühl ein.

Bei einer oralen Einnahme werden die Inhaltsstoffe der Leptin-Präparate im Magen zersetzt. Durch die Magenpassage gelangt das eingenommene Leptin nicht in den Blutkreislauf.

Das bedeutet: Selbst, wenn die Einnahme von Leptin beim Abnehmen helfen würde, käme der Wirkstoff bei der Einnahme von Tablette, Kapseln oder Tropfen gar nicht erst im Körper an.

Sollten Sie sich, trotz der nicht nachgewiesenen Wirkung, für die Einnahme von Leptin interessieren, empfehlen wir Ihnen zuvor den Gang in eine endokrinologische Praxis.

Endokrinolog*innen sind Fachärzt*innen für Stoffwechselerkrankungen. Diese führen vor Beginn der Behandlung genaue Stoffwechselfunktionstest durch und ermitteln mit Ihnen gemeinsam die Sinnhaftigkeit des Einsatzes von Leptin.

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Welche Nebenwirkungen hat Leptin?

Durch die äußere Zugabe von Leptin kann es zu einer Produktion von Antikörpern gegen das Hormon Leptin kommen. Das bedeutet, dass der Körper nicht nur das zugeführte Leptin abstößt, sondern auch das körpereigene Leptin.

Diese Abwehrreaktion sorgt dafür, dass das Leptin keine Wirkung mehr ausübt. Kann das Leptin nicht wirken, signalisiert der Körper weder Hunger- noch Sättigungsgefühl.

Zudem wird die Entstehung von Autoimmunreaktionen in Nieren und Leber mit einer Gabe von Leptin in Zusammenhang gebracht. Bei einem Fortschreiten dieser Reaktionen kann es auch zu einem kompletten Organversagen kommen.

Allerdings fehlen für all diese Nebenwirkungen Beweise durch klinische Langzeitstudien. Im Zusammenhang mit der Wirksamkeit und den Nebenwirkungen von Leptin gibt es aktuell nur vage Hinweise.

Empfehlen wir den Kauf von Leptin?

Wir raten davon ab, Leptin zu kaufen. Wie unter dem Abschnitt „Hilft Leptin beim Abnehmen“ beschrieben, ist die orale Einnahme von Leptin bei Übergewicht nicht angebracht, weil

  • der Leptin-Spiegel bei übergewichtigen Menschen ohnehin erhöht ist.
  • oral eingenommenes Leptin nicht in den Blutkreislauf gelangt.

Welche Alternativen gibt es zu Leptin?

Die beste Alternative zu einer Leptin-Diät ist ein gesunder Lebensstil. Hierzu gehören Bewegung, Entspannung und eine ausgewogene Ernährung.

Gut geeignete Ernährungsformen sind die:

Alle drei Ernährungsformen enthalten viel gesundes Obst und Gemüse, reichlich Ballaststoffe und nur wenige ungesunde Fette. Sie wirken sich daher positiv auf den Stoffwechsel und somit auf die Leptin-Produktion aus.

Am besten stellen Sie ihre Ernährung Schrittweise um. Wie das geht, erfahren Sie in unserem Artikel:

Eine weitere gesunde Alternativen zu einer Leptin-Diät ist das Intervallfasten. Der Wechsel zwischen Essphasen und Phasen ohne Nahrungsaufnahme, sorgt dafür, dass der Stoffwechsel ins Gleichgewicht kommt. Dieses Gleichgewicht hilft Ihnen bei der Gewichtsreduktion.

Mehr Informationen zum Intervallfasten finden Sie unter:

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Unser Fazit

Leptin ist zum Abnehmen nicht geeignet.

Wenn Sie an Übergewicht leiden und eine Leptinresistenz vermuten, holen Sie sich bitte fachärztlichen Rag.

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