Gesund Essen | Alles über Histaminunverträglichkeit.

Alles über Histaminunverträglichkeit.

Alle, die an einer oder mehreren Allergien leiden, haben wahrscheinlich schon mal über Histamin etwas gelesen oder gehört. Allerdings kennen die meisten diese Substanz nicht.

Histamin ein Botenstoff und Gewebshormon, auf den der Organismus nicht verzichten kann.

Personen mit einer Histaminunverträglichkeit, die auch als Histaminose oder Histaminintoleranz bezeichnet wird, haben im Körper Probleme aufgrund von der erhöhten Menge der Substanz.

Doch warum ist das so? Diese und andere Fragen rund um die Histaminintoleranz werden in diesem Artikel behandelt.

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Was ist Histamin

Histamin ein Botenstoff und Gewebshormon, auf den der Organismus nicht verzichten kann.

Dieses biogene Amin (Eiweiß) wird in geringen Mengen vom Körper selbst produziert und über verschieden Lebensmittel zugeführt.

Was ist Histaminunverträglichkeit?

Der Körper baut in der Regel durch das Enzym Diaminoxidase, abgekürzt DAO, Histamin im Darm ab. Auf dies Weise wird individuelle Grenzwert nicht überschritten wird.

Der normale Grenzwert liegt bei 10 Units/ml im Blutserum. Liegt der Wert unter 10 Units/ml besteht der Verdacht auf eine Histaminintoleranz

Somit wird es bedenklich, wenn der Abbau des Histamins aus der Nahrung behindert wird oder einfach eine übermäßige Herstellung dieses Botenstoffs erfolgt.

Dann kann im Körper ein Überschuss der Substanz krankhafte Reaktionen verursachen.

Den Experten zufolge leiden ungefähr drei Prozent der Menschen in Europa darunter, davon nahezu 80 Prozent Frauen mittleren Alters.

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Welche Symptome treten bei einer Histaminose auf?

Zu den möglichen Anzeichen der Histaminunverträglichkeit gehören:

Mann mit Sodbrennen - Ein Symptom der histaminunverträglichkeit
  • Hautrötungen und Juckreiz insbesondere im Hals- und Gesichtsbereich
  • Nesselausschlag
  • Ekzeme
  • Neurodermitis
  • Schwellungen und Wasseransammlungen bei den Augenlidern
  • Augenentzündung
  • Bindehautentzündung
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Schwindel
  • Erregtheit und Nervosität
  • Übelkeit
  • Erbrechen und Durchfall
  • aufgeblähter Bauch
  • Bauchkrämpfe
  • Sodbrennen
  • Halsschmerzen
  • Husten
  • laufende Nase
  • Schwellung der Nasenschleimhaut
  • verengte Atemwege
  • Asthmaanfall mit Luftnot
  • Niesreiz und Niesen
  • verstopfte Nase
  • Hitzewallungen
  • schneller Puls
  • plötzlich abfallender Blutdruck
  • niedriger Blutdruck
  • zusätzliche Herzschläge
  • Herzstolpern
  • Herzrasen
  • Kreislaufprobleme
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Regelbeschwerden
  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Hyperaktivität
  • Reisekrankheit

Welche Ursachen hat eine Histaminintoleranz?

Ein Überschuss an Histamin kann durch die Aufnahme von Nahrung ausgelöst werden, weil es sich in vielen Lebensmitteln befindet.

Pflanzen produzieren diese Substanz beispielsweise beim Reifen von Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Nüssen.

Jedoch entsteht Histamin ebenso in bestimmter Nahrung durch Gärungs- oder Fermentationsprozesse.

Darüber hinaus nimmt man mit dem Essen außerdem Stoffe zu sich, welche die körpereigene Produktion des Botenstoffs übermäßig anregen.

Dazu gehören unter anderem gewisse Zusätze in entsprechenden Arzneimitteln und in Nahrungsmitteln wie Tyramin in Molkereiprodukten, Tartrazin in Süßigkeiten, Teein oder Koffein in Genussgetränken und anregende Substanzen in Energydrinks.

Wenn im Körper der Abbau des Histamins behindert wird, können solche Lebensmittel zum Überschuss des Botenstoffs führen und aufgrund dessen indirekt Symptome verursachen. Das kann beispielsweise der Fall sein bei ungenügender Produktion von Diaminoxidase.

Es besteht die Möglichkeit, dass ein derartiges Defizit zum Beispiel durch Zigarettenrauch und Alkohol ausgelöst wird.

Wenn die Überproduktion, die übermäßige Aufnahme oder auch die Hemmung des Abbaus der Substanz erfolgt, kann im Körper der Histaminspiegel in zu hohem Maße ansteigen und so in etwa wie bei einer Allergie Symptome verursachen.

Jedoch ist der Unterschied zur Allergie, dass sich im Blut der Personen mit Histaminose keinerlei Allergiesignale finden lassen, außer bei Asthma- und Heuschnupfenpatienten.

Die Unverträglichkeit an Histamin ist lediglich sehr selten angeboren. Aus diesem Grund vermutet man, dass die Abbaustörung vor allem durch Umwelteinflüsse ausgelöst wird.

Was kann dagegen unternommen werden?

Damit man die Folgen einer Histaminunverträglichkeit in den Griff bekommt, ist auf die Dauer eine Ernährungsumstellung erforderlich.

Dabei gilt es, so wenig Histamin wie möglich über die Nahrung aufzunehmen. Hier sollten die Betroffenen darauf achten, dass umso länger ein Lebensmittel gelagert oder gegart wird, desto höher ist oft sein Histaminanteil.

Daher ist es wichtig, dass bei ihnen Fermentiertes, Vergorenes, Aufgewärmtes und Gereiftes vom Speisezettel am besten gestrichen wird.

Man ersetzt histaminreiche Nahrungsmittel durch gut verträgliche Alternativen. In einzelnen Fällen ist es möglich, dass diese Diät nach Rücksprache mit dem Arzt noch durch Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente unterstützt wird.

Hierzu zählen beispielsweise:

  • Vitamin B6
  • Vitamin C
  • Antihistaminika
  • spezielle Enzyme zur Förderung des Histaminabbaus.

Des Weiteren ist es empfehlenswert, einen geregelten Tagesablauf einzuhalten und stressige Situationen zu meiden.

Bewegung im Außenbereich und der Verzicht auf Alkohol sowie Rauchen sorgen auch dafür, einen Histaminüberschuss zu verhindern.

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Welche Lebensmittel sollten vermieden werden?

In besonders vielen Nahrungsmitteln befindet sich Histamin. Aufgrund dessen empfiehlt es sich, nicht nur beim Einkauf für die eigene Nahrungszubereitung, sondern auch bei verzehrfertigen Speisen und Getränken im Supermarkt auf die enthaltenen Lebensmittel zu achten.

Zu den histaminhaltigen Nahrungsmitteln gehören:

Histaminhaltige Nahrungsmittel und der Schriftzug Histaminunverträglichkeit
  • Pilze: Morcheln, Champignons und Steinpilze
  • Gemüse: Spinat, Sauerkraut, Oliven, Tomaten und Auberginen
  • Hülsenfrüchte: Bohnen und Linsen
  • Obst: Avocado, Zitronen, Orangen, Erdbeeren, Ananas, Bananen, Kiwi und Birnen
  • Meeresfrüchte und Fische: Sardinen, Sardellen, Thunfisch, Sardellen in Öl, geräucherte Makrelen, Tintenfisch, Hering, Krebse, Muscheln, Krabben, Shrimps, Crevetten und Fischsoßen
  • Nüsse: Erdnüsse, Cashewkerne und Walnüsse
  • Käse: Butterkäse, Brie, Bergkäse, Edamer, Camembert, Parmesan, alter Gouda, Fontina, Geheimratskäse, Cheddar, Bierkäse, Roquefort, Monte Nero, Mondseer, Raclette, englischer Stilton, Romadur, Schafskäse und Tilsiter
  • Wurst und getrocknetes, gepökeltes, geräuchertes und mariniertes Fleisch: Leberwurst, Bratwurst, Cervelatwurst, Landjäger, Salami, Rohschinken, Leberwurst, Speck, Trockenfleisch und Bündnerfleisch
  • Innereien: Nieren und Leber
  • Würzungsmittel: Boullion, Brühe, Tafelessig, Balsamico, Rotweinessig und Senf
  • Sojaprodukte: Tofu und Sojasoßen
  • hefehaltige Produkte: Kuchen, Kleingebäck, Brot, Brötchen, Pizza und vegetarische Brotaufstriche
  • alkoholische Getränke: Weißbier, Hefeweizen, Rotwein, Weißwein, Dessertwein, Champagner, Sekt und Likör
  • Heißgetränke: schwarzer Tee und heißer Kakao

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Redaktionsteam