Laktoseintolleranz

Knapp 80% der erwachsenen Weltbevölkerung sind lactoseintollerant.

Von einer Laktoseintolleranz ist die Rede, wenn der Körper nicht in der Lage ist das Kohlenhydrat der Milch (Milchzucker) im Darm zu spalten. Das hierfür benötigte Enzym trägt den Namen Lactase. Dieses Enzym wird vom Körper bis zum Ende der Stillzeit eines Säuglings/Kleinkindes vom Körper selbst in ausreichender Menge produziert. Dadurch wird sicher gestellt, dass die zugeführte Muttermilch gut vertragen wird. Um den 3ten Geburtstag herum, wird die Produktion der Lactase eingestellt oder zumindest stark herunter gefahren. Ab da an kommt der Mensch in eine Lebensphase in der er keine Milch und auch keine Milchprodukte zum Überleben benötigt. Eine Milchzuckerunverträglichkeit ist also etwas ganz normales und von der Natur gewollt.

Leider nehmen unsere Ernährungsgewohnheiten und auf diese völlig normal Entwicklung des menschlichen Körpers nur wenig Rücksicht. Die Folgen sind Blähungen, Durchfall, Bauch-und Kopfschmerzen. Wird die Laktoseintoleranz nicht erkannt oder ignoriert kommt es über kurz oder lang zu einen Mangel an Vitalstoffen einhergehend mit einem geschwächten Immunsystem, Infektanfälligkeiten, Allergien und diversen Magen- und Darmerkrankungen bis hin zu einer Colitis ulcerosa.

Das beste Mittel bei einer Milchzuckerunverträglichkeit ist der komplette Verzicht auf Milch und Milchprodukte im Alltag. Alternativen sind zur Genüge vorhanden.

So gibt es beispielsweise Drinks aus Mandeln, Reis, Hafer, Dinkel oder auch Soja. Statt Käse kann man sich vegane Brotaufstriche selber machen oder auch fertig kaufen. Anstelle von Butter, nimmt man Margarine, die frei ist von gehärteten Fetten/Transfettsäuren und zum Überbacken von Aufläufen, Pizza und Co. kann man ein Pinienkerntopping (Hefeflocken mit gerösteten Pinienkernen klein gehackt) oder eine Mandelcreme (Mandelmus mir Wasser zu gleichen Teilen gemischt) verwenden. Viele milchfreie Rezepte finden sich hier im Blog.

Wer so gar nicht auf Milch und Milchprodukte verzichten mag, kann mit ein paar einfachen Regeln dafür sorgen, dass die Nahrung dennoch laktosefrei oder zumindest -arm ist:

  • Laktosefreie Milch verwenden
  • Ziegen- und Schafsmilchprodukte enthalten weniger Laktose als Produkte aus Kuhmilch und sind daher besser verträglich
  • Milchprodukte, die keine Kohlenhydrate enthalten sind laktosefrei
  • Auf versteckte Laktose achten. Diese ist in Fertig- und Halbfertigprodukte, Speiseeis, Süßwaren, Backwaren, vielen Wurstsorten und auch in Medikamenten. Hier hilft nur die Packungsbeilagen lesen und/oder an der Verkaufstheke nachfragen.

Ich sehe eine Laktoseintoleranz als „Geschenk“ der Natur. Wer aufgrund der Unverträglichkeit auf Milch und Milchprodukte verzichtet und statt dessen auf pflanzliche Nahrungsmittel zurückgreift, nimmt automatisch mehr Vitalstoffe (u.a. das für die Knochen wichtige Kalzium) und weniger ungesunde tierische Fette und Eiweiße zu sich. Das wiederum ist gut für die Gesundheit und hilft dem Körper dabei Krankheiten vorzubeugen.

Eure:

Beatrice Schmidt, Ernährungsexpertin, Bloggerin und Fachbuchautorin von:

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Beatrice Schmidt ist zertifizierte Ernährungsberaterin mit Herzblut. Sie schreibt Fachartikel, Ratgeber und Kochbücher für die vegane und glutenfreie Küche.

Auf vielen Veggie-Messen kann man ihr beim Kochen auf den Showbühnen zu schauen und mit etwas Glück sogar mit machen.

Hier geht es zu ihren Büchern.
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