Im Dschungel der deutschen Bio-Siegel

Wo man auch hinschaut überall gibt es Bio-Siegel. Doch da Bio nicht gleich Bio ist, ist hier ein kleiner Überblick über die wichtigsten Siegel. Sollte Euch beim Lesen auffallen, dass ein wichtiges Siegel fehlt, dürft Ihr dieses gern als Kommentar ergänzen.

Europäisch staatliches Bio-SiegelEU-Bio-Siegel

Seit 01.07.2010 gibt es das EU-bio-Siegel. Es ist das Gütesiegel mit den schwächsten Vorschriften. So müssen nur 95% der verwendeten Produkte aus ökologischem Anbau kommen und bis zu 0,9 Prozent der Zutaten dürfen sogar aus genetisch verändertem Materialien sein.

Stehen auf einer Verpackung mit EU-bio-Siegel die Produktkennzeichnungen „kontrolliert biologischer Anbau“, „Bio“, „Öko“ beziehungsweise „biologisch“ und „ökologisch“, können wir Verbraucher sicher sein, dass tatsächlich nur Bioware enthalten ist.

Neben verschiedenen Enzymen und Nitritpökelsalz dürfen Produkte mit dem EU-Bio-Siegel 47 weitere Zusatzstoffe enthalten. Auch sind die Bestimmungen für die Tierhaltung nicht so gut, wie es bei anderen Siegeln der Fall ist. So dürfen beispielsweise 14 Mastschweine pro Hektar gehalten werden.

Nationales Deutsches Bio-SiegelDeutsches Bio-Siegel

Das deutsche Bio-Siegel hat exakt die gleichen Vorschriften, wie das EU-Bio-Siegel. Unternehmen die das EU-Bio-Siegel haben dürfen auch das deutsche Siegel ohne weitere Prüfung auf Ihren Produkten abbilden.

DemeterDemeter

Beim Demeter Siegel werde mindestens 95 Prozent der Produkte aus Ökoanbau und mindestens 90 Prozent der Zutaten aus eigener Herstellung verarbeitet. Nur wenn ein Produkt nachweislich nicht aus eigener Herstellung verfügbar ist, gelten in Einzelfällen Ausnahmeregelungen. Alle Tiere, die auf Demeter-Höfen gehalten werden, werden mit 100 prozentig biologischem Tierfutter gefüttert. Davon müssen mindestens 50 Prozent aus dem eigenen Anbau stammen. Für die Tierhaltung gibt es auch noch einmal besondere Verordnungen: So behalten Kühe Ihre Hörner und Geflügel wird nicht der Schnabel gestutzt. Des Weiteren sind lediglich 13 Zusatzstoffe erlaubt und alle als „Natürliche Aromen“ deklarierte Stoffe sind verboten.

NaturlandNaturland

Alle Naturland-Produkte müssen zu 100 Prozent ökologisch sein. Insgesamt sind 20 Zusatzstoffe zugelassen. Auch das verwendete Tierfutter muss zu 100 Prozent biologisch sein, wovon mindestens 50 Prozent aus dem eigenem Anbau stammen muss. Die Tierhaltung ist deutlich strenger geregelt als dies beim EU oder auch beim Deutschen Siegel der Fall ist. So bleiben Ferkel mindestens 40 Tage bei der Muttersau und werden in dieser Zeit auch von deren Milch genährt.

BiolandBioland

100 Prozent aller Zutaten müssen aus ökologischem Anbau stammen.  Gentechnik ist bei Bioland-Produkten nicht zugelassen. Die Anreicherung von Tierfutter mit Medikamenten ist bei Ausbruch von Krankheiten grundsätzlich nicht erlaubt oder zumindest zum Teil verboten. Für Bioland-Produkte sind insgesamt 23 als unbedenklich eingestufte Zusatzstoff erlaubt.

EcoVin1Ecovin

Weinbauern, die das Ecovin Siegel auf ihren Produkten führen verpflichten sich dazu ohne Kunstdünger und naturfremde Substanzen zu arbeiten. Dadurch werden die Böden und das Grundwasser geschont. Durch den weitgehend geschlossenen Produktionskreislauf sorgen sie unter anderen dafür, das Böden lockerer und nährstoffreicher bleiben und eine natürliche Artenvielfalt erhalten bleibt. Der Einsatz von Gentechnik ist beim Anbau, der Produktion und der Lagerung der Trauben verboten.

EcolandEcoland

Alle verwendeten Zutaten müssen den Ecoland-Standarts entsprechen. Ausnahmeregelungen gibt es lediglich für Produkte, wenn diese nicht in ausreichender Qualität vorhanden sind. Ecoland legt vermehrt Wert auf eine vernünftige Tierhaltung und kurze Transportwege für Schlachtvieh.

Gäa2Gäa

Die dauerhafte Anbindehaltung ist für Ziegen, Schafe und Rindern verboten. Der Stall muss durch Tageslicht erhellt sein und Kälber müssen eine Woche nach der Geburt in der Gruppe gehalten werden. Bei Ferkeln ist weder das Kubieren der Schwänze und Ohren erlaubt noch das Abkneifen oder Schleifen der Zähne.

BioparkBiopark

Tiere, die auf den rund 700 Bundesweiten Biopark-Höfen gehalten werden müssen ausreichend Auslauf und Weidegang haben. Alle Produkte müssen ohne schädliche Stoffe und umweltschonend weiterverarbeitet werden. Hinzu kommt, dass die Produkte unter sozial gerechten Punkten produziert werden müssen. Hierzu zählen die Grundrechte der Menschen, Chancengleichheit und noch viele weitere Punkt.

BioKreis1Biokreis

Höfe, die auf das Biokreis-Siegel umstellen müssen minstens 24 Monate lang nach den Vorschriften des EU-Bio-Siegels gearbeitet haben, bei Dauerkulturen sogar drei Jahre. Die künstliche Besamung von Tieren ist zwar erlaubt, eine natürliche Fortpflanzung wird jedoch bevorzugt. Zur Erhaltung der Tiergesunheit sind Naturheilverfahren anzuwenden. Benötigt ein Tie tatsächlich ein chemisches Meidkament, darf dies nur vom Tierarzt verabreicht werden und die Tiere müssen von der Gruppe entfernt werden.

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Beatrice Schmidt ist zertifizierte Ernährungsberaterin mit Herzblut. Sie schreibt Fachartikel, Ratgeber und Kochbücher für die vegane und glutenfreie Küche.

Auf vielen Veggie-Messen kann man ihr beim Kochen auf den Showbühnen zu schauen und mit etwas Glück sogar mit machen.

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2 Kommentare

  • Hi Beatrice!

    Was ein toller Beitrag über die verschiedenen Gütesiegel! Sehr informativ.
    Auch wir bei kundentests.com kümmern uns sehr um das Auftreten, und um die Sicherheit der Kunden selber. Wir denken, dass die Sicherheit das A und O eines jeden Dienstleisters ist.

    MfG

    kundentests.com

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