24. Februar 2014

Obst macht dick!

BananenEin Mythos mit dem ich schon lange einmal aufräumen wollte lautet: „Obst macht dick“. Vielen Abnehmwilligen wird empfohlen die Finger von Obst zu lassen, insbesondere von Bananen, Weintrauben und Avocados. Da diese viel Fruchtzucker enthalten, gehen sie direkt auf die Hüften und müssen deshalb unbedingt gemieden werden, heißt es.

Hierzu sage ich: „Ja es stimmt. Obst enthält Fruchtzucker.“ Dieser Fruchtzucker ist einzeln betrachtet und separat eingenommen für den Körper nicht gut. Würden wir ihn im Supermarkt abgepackt kaufen und ihn zum Süßen von Speisen hernehmen, wäre es sicherlich kontraproduktiv für eine gesunde Gewichtsentwicklung und generell für einen gesunden Körper. Da wir hier jedoch von einem Bestandteil außerordentlich wertvoller Nahrungsmittelen reden, trifft die Aussage „Obst macht dick“ nicht zu.

Der im Obst enthaltende Fruchtzucker dient dem Körper als wichtiger Energielieferant. Gleichzeitig liefern frisches Obst und Gemüse viele Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Ballaststoffe halten lange satt und sorgen ihrerseits für eine verzögerte Aufnahme des Fruchtzuckers über dem Darm in den Blutkreislauf. Auf diese Weise steht dem Körper, die Energie aus dem Fruchtzucker langsam und über einen längeren Zeitraum zur Verfügung. Das Wiederum ist sehr wichtig, da der Körper permanent Energie in Form von Kohlenhydraten aber auch von Eiweißen und Fetten benötigt.

Hier ein kleines Rechenbeispiel:

Nehmen wir mal ein. Wir haben eine Frau, die einen Energiegrundbedarf von 1700 kcal hat, durch ihre Arbeit und andere Tätigkeiten kommt diese vielleicht auf 2200 kcal Gesamtenergiebedarf. Wenn wir uns jetzt eine durchschnittlich große Banane von etwa 125 g vornehmen, die ca. 110kcal liefert müsste die Frau aus unserem Beispiel 20 Bananen, die zusammen ca. 2,5 kg wiegen, essen,  um ihren Tagesbedarf abzudecken. Alles darüber hinaus wäre dann ein zu viel an Energie. Doch wer bitte schön ist so viele Bananen? Und: Mag man dann überhaupt noch etwas anderes essen? Oder ist man dann nicht einfach zu satt?

Viel wichtiger ist auf den Rest der Ernährung zu schauen. Wer gesund und vollwertig isst, also Vollkornprodukte, frisches regionales und saisonales Obst und Gemüse verspeist, Hülsenfrüchte und andere pflanzliche Eiweißlieferanten zu sich nimmt, auf gesunde Fette pflanzlichen Ursprungs achtet und zumindest weitestgehend auf tierische Nahrungsmittel verzichtet, kann viel mehr aus seiner Gesundheit herausholen als wenn er sagt: „Ich esse kein Obst, denn es heißt, dass es dick macht!“

Cover eBookWer sich noch nicht vollwertig und gesund ernährt, sollte dies in Angriff nehmen. Hierzu muss man im übrigen nicht bis Silvester warten. Eine Ernährungsumstellung erfolgt in vielen kleinen Schritten, dadurch wird der innere Schweinhund nicht geweckt und das neue gesunde Essverhalten bleibt ein Leben lang besteht. Damit es mir der Ernährungsumstellung und der Gewichtsreduktion auch funktioniert, habe ich mein Buch Abnehmen ohne Achterbahn geschrieben.

Obst macht mit Sicherheit nicht dick. es ist gesund (sofern es nicht mit Pestiziden vergiftet ist und aus einem vernünftigen Anbau kommt), schmeckt lecker und liefert dem Körper gute Energie.

Eure:

Beatrice Schmidt, Ernährungsexpertin, Bloggerin und Fachbuchautorin von:

Vegan und Glutenfrei

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Abnehmen ohne Achterbahn

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