12. Dezember 2018

Die Schilddrüse: Schilddrüsenfehlfunktionen

Die drei bekanntesten Fehlfunktionen der Schilddrüse sind: die Unterfunktion, die Überfunktion und das Hashimoto Thyreoitis. Erfahren Sie in diesem Artikel alles wichtige zu diesen drei Schildrüsenerkrankungen.



Welche Aufgabe hat die Schilddrüse?

Dieses kleine schmetterlingsförmige Organ in unserem Hals ist maßgeblich an vielen Stoffwechselvorgängen in unserem Körper beteiligt.

Aus Jod und Eiweiß produziert die Schilddrüse das lebenswichtige Hormon Thyroxin (T4). Aus dem T4 wiederum bildet der Körper ein weiteres lebenswichtiges Hormon: Das Trijodthyronin (T3).

Neben dem Stoffwechsel beeinflussen diese beiden wichtigen Hormone auch den Kreislauf, das Wachstum und unsere Psyche.

Wie werden Schilddrüsen-Fehlfunktionen diagnostiziert?

Alle drei Fehlfunktionen werden in der Schulmedizin mit Hilfe von Laborwerten gemessen. Hierzu wird beim Arzt Blut entnommen und untersucht.

Zusätzlich gibt aber auch noch andere Indizien an denen sich diese Erkrankungen erkennen lassen. Diese sind je nach Funktionsstörung unterschiedlich und werden im Folgenden erläutert.

Die Schilddrüsenunterfunktion

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert die Schilddrüse zu wenig Thyroxin. Die Fehlfunktion trägt den medizinischen Namen Hypothyreose.

Eine Hypothyreose ist, mit wenigen Ausnahmen, nicht heilbar und muss dauerhaft mit Medikamenten behandelt werden.

Wie entsteht eine Unterfunktion?

Bei wenigen Menschen ist diese Störung angeboren. Bei anderen können verschiedene Faktoren als Auslöser dienen. Hierzu gehören:

  • Entzündungen, die das Schilddrüsengewebe schädigen oder zerstören
  • Eine Fehlfunktion in wichtigen Regelzentren im Gehirn – im Hypothalamus und der Hypophyse
  • Schwerer Jodmangel in der Ernährung

Welche Syptome deuten auf eine Schilddrüsenunterfunktion?

Eine ausgeprägte Unterfunktion der Schilddrüse lässt sich bereits an Veränderungen des Aussehens erkennen. Zu diesen Veränderungen gehören:

  • Gelblich gefärbte Fußsohlen und Handinnenflächen
  • Trockene, schuppige Haut,
  • Längsrillen in den Fingernägeln
  • Strohiges, trockenes Haar
  • Neigung zu blauen Flecken
  • Blasse Gesichtshaut
  • Schwellung der Augenoberlieder
  • u.v.m.

Zusätzlich kann es zu Problemen in der Psyche kommen. So werden Depressionen und depressive Verstimmungen häufig bei Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion beobachtet.

Auch ist eine Zunahme des Körpergewichts möglich, sowie ständige frieren.

Wie kann eine sichere Diagnose erstellt werden?

Neben diesen Veränderungen im Aussehen, können neben den klassischen Schilddrüsenwerten noch weitere Laborwerte Aufschluss darüber geben, ob eine Unterfunktion vorliegt. Hierzu gehören u.a.:

  • Erhöhtes Cholesterin
  • Calciumwert erniedrigt
  • Vitamin D erhöht (manchmal)
  • Magnesiumwert zu niedrig
  • Kupfer- und Eisenwert zu niedrig
  • Erhöhter Prolaktin-Wert

Die richtige Ernährung bei einer Unterfunktion

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse ist es wichtig auf jodreiche Nahrungsmittel zurückzugreifen. Jodhaltige pflanzliche Nahrungsmittel sind beispielsweise:

  • Algen
  • Brokkoli
  • Champignons
  • Grünkohl
  • Jodiertes Mineralwasser
  • Äpfel
  • Produkte aus Vollkorngetreide

Wenn Sie Schilddrüsenmedikamente vom Arzt erhalten, die bereits mit Jod angereichert sind, verzichten Sie bitte auf zusätzlich angereicherte Speisen für Jod-Salz.

Ansonsten gilt:

Lieber mehrere kleine als wenige große Mahlzeiten zu sich nehmen sowie auf eine gesunde, abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung setzen.

Vollkornprodukte zählen hier genauso dazu, wie frisches regionale, saisonales Obst und Gemüse. Das Essen sollte möglichst bunt sein.

Außerdem muss ausreichend gesunde Flüssigkeit, in Form von stillem Wasser und ungesüßten Kräuter- und Früchtetees zugeführt werden.

Sollten Sie sich noch nicht gesund uns ausgewogen Ernähren, lesen Sie sich den Artikel „Ernährungsumstellung – Wie geht das?“ hier auf diesem Blog durch. In diesem bekommen Sie viele wertvolle Tipps zu einer nachhaltigen Umstellung der Ernährung.

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Die Überfunktion der Schilddrüse

Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?

Bei der Schilddrüsenüberfunktion produziert dieses wichtige Stoffwechselorgan zu von Thyroxin und Trijodthyronin. Diese Fehlfunktion wird medizinisch als Hyperthyreose bezeichnet.

Wie entsteht eine Überfunktion?

Die Ursachen für eine Überfunktion können sehr vielfältig sein. Bei über 95 Prozent aller Betroffenen sind jedoch die Basedowsche Erkrankung und die Schilddrüsenautonomie hauptverantwortlich.

Welche Symptome deuten auf eine Schilddrüsenüberfunktion hin?

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion können verschieden (Selbst-)Test Klarheit verschaffen.

So gibt es Beispielsweise den Hocktest. Bei diesem geht man für eine kurze Zeit in die Hocke und versucht dann aus eigener Kraft und ohne sich abzustützen wieder aufzustehen. Gelingt dies nicht, so gilt dies als Zeichen für eine Muskelschwäche in der Oberschenkelmuskulatur und ist somit ein Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion.

Ein weiterer Test ist der Arm-Ausstreck-Test. Hierbei werden beide Arme ausgestreckt. Wenn man die Hände dabei nicht ruhig halten kann und diese anfangen zu zittern ist dies ebenfalls ein Indiz für eine Überfunktion der Schilddrüse.

Außerdem gibt es ein paar weitere Symptome an denen sich diese Fehlfunktion gut erkennen lässt:

  • Herzrasen
  • Gewichtsverlust
  • Ständige Unruhe
  • u.v.m.

Wie kann eine sichere Diagnose erstellt werden?

Neben diversen Laborwerte, die über das große Blutbild gemessen werden können, gibt es noch einige andere Marker, die einen Hinweis auf eine Überfunktion der Schilddrüse geben.

Hierzu zählen beispielsweise:

  • Erniedrigte Cholesterin
  • Calciumwert erhöht
  • Vitamin D zu niedrig

Die richtige Ernährung bei einer Überfunktion?

Eine der wichtigsten Ernährungsempfehlungen bei einer Schilddrüsenüberfunktion lautet: Ab sofort jodarme Nahrungsmittel bevorzugen. Denn Jod unterstützt die Überfunktion der Schilddrüse massiv.

Da viele tierische Nahrungsmittel, insbesondere Fisch, Milch und Milchprodukte sehr jodreich sind, sollten sie vermieden und stattdessen auf pflanzliche Produkte zurückgegriffen werden.

Besonders jodarme pflanzliche Nahrungsmittel sind:

  • Himbeeren, Erdbeeren
  • Wurzelgemüse
  • Gerste, Hirse, Reis, Mais
  • Alle Arten von Kürbis und Melone
  • Petersilie
  • Pfefferlinge
  • Nüsse und Samen
  • v.m

Ansonsten gilt: Eine vollwertige Mischkost mit einem hohen Anteil an Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten, wenig bis gar kein Fleisch und schon ist alles in gesunden Bahnen.

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Hashimoto Thyreoiditis

Was ist Hashimoto Thyreoditis?

Bei der Hashmoto Threoditis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Typsiches Merkmal ist die Zerstörung der Schulddrüsenzellen.

Wie entsteht ein Hashimoto?

Eine genaue Urasche für diese Form der Schilddrüsenfehlfunktion ist bisher nicht bekannt.

Welche Symptome deuten auf ein Hashimoto hin?

Die Symptome für diese Autoimmunerkrankung sind sehr vielfältig. Oft kommen viele der Symptome auf einmal, manchmal auch nur einzeln vor. Hierzu zählen:

  • Müdigkeit, Vergesslichkeit, Gedächtnisverlust
  • Antriebslosigkeit
  • Erhöhte Kälteempfindlichkeit
  • Verstopfungen, Reizdarm
  • trockene Haut, Fingernägel
  • Heiserkeit
  • Gereiztheit, Depressionen
  • PMS, starke Regelblutung
  • Gewichtszunahme
  • Muskel- und Gelenkschmerzen

Wie kann eine sichere Diagnose erstellt werden?

Eine Hashimoto Thyreoitis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Mit Hilfe der folgenden Maker ist der Arzt in der Lage diese Erkrankung festzustellen:

  • Entzündungsmaker sind nicht im Normbereich
  • Feststellung von Antinukleären Antikörpern
  • Anstieg von Prolaktin
  • Veränderter Cortisolspiegel

Die richtige Ernährung bei Hashimoto

Bei einer Hashimoto Thyreoitis muss die Ernährung abwechslungsreich, bunt und vollwertig sein. Denn auch hier gilt es den Körper bestmöglich mit Vitalstoffen zu versorgen.

Ganzheitlich orientierte Mediziner, wie zum Beispiel Dr. Datis Kharrazian und Chris Kresser aus den USA, sehen einen Zusammenhang zwischen der Zufuhr von Gluten und Hashimoto.

Hierbei ist insbesondere des Klebereiweiß des Weizens gemeint. Im Zusammenhang mit der hier genannten Erkrankung empfehlen die Mediziner den kompletten Verzicht auf glutenhaltige Getreidesorten. Zu diesen Sorten gehören:

  • Weizen und Dinkel
  • Grünkern und Roggen
  • Gerste und Hafer

Glutenfreie Getreidesorten und somit geeignete Sorten sind:

  • Reis und Mais
  • Hirse und Buchweizen
  • Quinoa und Amaranth
  • Soja

Einen umfangreichen Überblick über alle Getreidesorten, finden Sie in dem Artikel: „Getreide – glutenhaltig und glutenfrei“ hier im Blog.

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