Mit gesundem Essen die Welt verbessern?

Immer wieder höre ich, dass Menschen, die vegan essen Weltverbesserer sind. Leute, die toller und besser sind als andere. Menschen die bewusster leben, mehr auf ihre Umwelt achten und so weiter und so weiter …

Ich bin selbst Veganerin und muss gestehen, dass mir dieses Gerede zum Teil unglaublich auf die Nerven geht. Denn ich glaube nicht, dass wir unbedingt zu einem besseren Menschen werden, nur weil wir darauf verzichten Tiere zu essen.

Berühmte Veganer

Es gibt genug Exemplare unter uns Menschen, die Vegan essen und sowohl das Gegenteil beweisen als auch diese These stützen, dass Veganer Gutmenschen sind.

Da wären zum Beispiel folgende Personen aus der Gegenwart zu nennen: Bill Clinton, Al Gore, Alanis Morissette, Alec Baldwin, Barbara Rütting, Betty White, Demy Moore, Jonny Depp, Mike Tyson, Prince, Thomas D …

Auch in der Vergangenheit gab es wirklich viele und berühmte Menschen, die auf diese Weise Ihr Essen zu sich genommen haben: Pythagoras, Kunfuzius, Leonardo Da Vinci, Benjamin Franklin …

Die Liste ist lang und ich könnte mehrere Seiten mit Namen füllen. Es sind ein paar wirklich beeindruckende Persönlichkeiten dabei. Ob sich wirklich alle berühmten Veganer mit Ruhm bekleckert haben, stelle ich jedoch in Frage.

Ich persönlich bin ja der Meinung, dass jeder Mensch in der Lage ist, Dinge zu ändern und so dafür zu sorgen, dass unserer Welt Tag für Tag ein bisschen schöner und besser wird. Es sind doch immer die kleinen Steine, die eine Lawine auslösen und große Dinge ins Rollen bringen.

Warum Gesund Essen?

Doch möchte ich gern zurück zum Kernthema meines Artikels kommen. Es mag jetzt vielleicht etwas ketzerisch klingen, aber ich glaube nicht, dass man ein Veganer sein muss um durch die zugeführte Nahrung etwas für unseren Planeten zu tun. Man muss noch nicht mal ein „guter“ Mensch sein und andere Menschen und Tiere mögen. Ja, man kann sogar ein ausgesprochener Egoist sein, um die Welt zu verändern.

Ich möchte an dieser Stelle den rein gesundheitlichen Aspekt der Ernährung aufgreifen und darauf gestützt eine „kühne“ These aufstellen.

Nähmen wir mal an, wir würden alle auf Nahrungsmittel zugreifen, die nach strengen biologischen Richtlinien angebaut bzw. hergestellt wurden. Alle pflanzlichen Lebensmittel wären frei von Pestiziden und anderen Schadstoffen. Alle tierischen Produkte kämen aus Betrieben mit vernünftigen Haltungsbedingungen (Freilauf und Co.) und hätten dadurch eine geringere bis gar keinen Belastung an Antibiotika und anderen Medikamenten. Nähmen wir weiterhin an, wir würden in erster Linie auf Essen zurückgreifen, das aus unserer Region stammt. Unser Essen landet nahezu immer saisonal und erntefrisch bei uns auf dem Tisch. Und als Letztes gehen wir mal davon aus, dass wir durchschnittlich nur noch an zwei Tagen pro Woche tierische Produkte zu uns nehmen.

Das alles wären die Punkte, die einer gesunden vollwertigen Mischkost entsprächen und unseren Körper gesund und fit halten. Um so zu Essen, muss ich kein Weltverbesserer sein, sondern einfach nur gesunheitsbewußt.

Mit Essen die Welt verändern

Doch was wäre, wenn sich alle so ernähren würden?

Zum einen, wären die Menschen im Allgemeinen gesünder. Wodurch weniger Medikamente benötigt werden würden, bei deren Herstellung es zum Teil zu erheblichen Umweltverschmutzungen kommt. Mal ganz abgesehen von den Medikamentenrückständen, die durch unsere Ausscheidungen ins Grund- und Trinkwasser geraten.

Rein rechnerisch, wäre für alle Menschen auf der Welt genug Essen vorhanden. Niemand müsste mehr vor Hunger sterben.

Wir würden keine Massentierhaltungsbetriebe mehr benötigen, weil die benötigte Menge an Fleisch geringer wäre.

Mit dem Wegfall der Massentierhaltung, würden weniger landwirtschaftliche Flächen für den Anbau von Tierfutter benötigt, was wiederum zur Folge hätte, dass der Regenwald und andere Naturflächen endlich in Ruhe gelassen werden würden. Durch den Erhalt dieser Flächen, wären weniger Tierarten vom Aussterben bedroht.

Die Umweltbelastung durch Abgase wäre deutlich geringer, was wiederum dem Treibhauseffekt entgegenwirken würde.

Theorie und Praxis

Rhein Theoretisch würden wir in einer bessere Welt leben und könnten mit gutem Gewissen unseren Nachkommen diese Erde überlassen. Ich bin jedoch realistisch genug, um zu erkennen, dass es genug Menschen bzw. Interessengruppen gibt, die keinerlei Interesse an einer solchen Veränderung hätten. Es geht hier in erster Linie um Macht und um Geld. Es fängt allein damit an, dass scheinbar keine Regierung echtes Interesse an einem gesunden Bürger hat. Sonst gäbe es mehr Aufklärung über gesunde Ernährung und die sogenannten neutralen Empfehlungsgremien wären wirklich neutral und nicht regierungs- und unternehmensgesteuert.

Auch ist mir bewusst, dass Nahrungsmittel, zum Erhalt der Verkaufspreise, lieber vernichtet werden, statt sie zu einem deutlich geringeren Preis am Markt anzubieten.

Viele Staaten würden Ihren Machtstatus in der Welt verlieren, wenn die Menschen in den Drittweltländern keinen Hunger mehr leiden müssten und sich mit anderen bildungsrelevanten Themen beschäftigen könnten und dadurch anfangen würden, Dinge noch mehr in Frage zu stellen.

Gesund Essen – Ich bleibe dabei

Und trotz dieser Schwierigkeiten und der Tatsache, dass es sich hierbei „nur“ um einen theoretischen Ansatz handelt, bin ich der Meinung, dass eine gesunde vollwertige Ernährung uns und der Welt gut tun würde. Wir müssen nicht gleich alle zu Veganern mutieren, doch wenn wir es schaffen würden uns an den Richtlinien einer vollwertigen Mischkost zu orientieren, könnten wir viel erreichen. Schließlich sind wir die Konsumenten. Wir sind viele. Und je mehr wir sind, umso weniger können wir ignoriert werden.

In diesem Sinne: Lasst es Euch schmecken und bringt die vielen klitzekleinen Steine in Bewegung:  Für Eure eigene Gesundheit und für unsere Erde.

 

 

Beatrice
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Beatrice

Beatrice Schmidt ist zertifizierte Ernährungsberaterin mit Herzblut. Sie schreibt Fachartikel, Ratgeber und Kochbücher für die vegane und glutenfreie Küche.

Auf vielen Veggie-Messen kann man ihr beim Kochen auf den Showbühnen zu schauen und mit etwas Glück sogar mit machen.

Hier geht es zu ihren Büchern.

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