Im Focus: Rabenhorst Vegan

Schaut man sich einmal im deutschen Einzelhandel um, so stellt man fest, dass die Palette von Nahrungsergänzungsmitteln inzwischen zu einem unüberschaubarem Chaos geworden ist. Hinzu kommen noch all die vielen Direktvertriebe, die in der Regel Anspruch darauf erheben, bessere Produkte als all die anderen anzubieten. Eines der im Einzelhandel gefundenen Produkte ist von der Firma Rabenhorst.

Ich wurde darum gebeten mir dieses Produkt ein wenig genauer anzusehen. Das werde ich hiermit gerne tun. Wie auch in meinen anderen “Im Focus” – Berichten, werde ich meine kurze Analyse farblich markieren. Als erstes sind die Inhaltsstoffe des Produktes aufgelistet und farblich markiert. Grün steht für 100% natürlichrot für synthetisch oder chemisch hergestelltblau für tierische BestandteileLila für Zutaten die sowohl künstlich als auch natürlich sein können und gelb für alle Arten von Zucker. Im Anschluss an die Auflistung der Zutaten gebe ich mein persönliches Statement zu den Produkten.

Rabenhorst Vegan NährwerttabelleZutaten: Apfelsaft, Mangomark, Ananassaft, Vitamin D3, Vitamin B12

Nach Angaben des Herstellers ist das zugefügte Vitamin D3 aus rein pflanzlicher Herkunft und wird aus Baumflechten gewonnen. Dieses Verfahren ist wohl erst seit kurzer Zeit auf dem Markt. Da eingesetzte Vitamin B12 stammt aus rein synthetischen Quellen.

Die angegebenen Empfehlungen für die Vitamine entsprechen richtigerweise den Empfehlungen der Europäischen Union. Jedoch gelten diese Richtlinien lediglich für einen Durchschnittsmenschen, der sich zu hundert Prozent gesund ernährt, nicht raucht und trinkt und auch keinen Stress oder andere Belastungen in seinem Leben hat. Doch ist es auch so, dass wenn die Dosierung der Vitalstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln deutlich über den Empfehlungen der DGE oder EU liegen, dann dürfen diese Präparate nicht mehr frei verkauft, sondern müssen vom Arzt verordnet werden. Das führt dazu, dass die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln entweder ins Ausland abwandern und nur noch online ihre Produkte verkaufen oder der Gehalt an diesen gesundheitsspendenden Stoffen geringer gehalten wird, damit das Produkt auch in Deutschland für jeden zugänglich ist.

Mein persönliches Fazit

Was ich positiv finde ist, dass der Saft „Rabenhorst Vegan“ eine kurze und sehr übersichtliche Zutatenliste aufweist, keine Geschmacksverstärker, Farb- oder Konservierungsstoffe enthält und auch sonst auf ein absolutes Minimum beschränkt ist. Das ist sehr verbraucherfreundlich. Was ich schade finde ist, dass das Vitamin B12 synthetisch hergestellt wurde. Der Produzent des Produktes begründet es, auf meine Nachfrage, folgendermaßen: „Es gibt bis dato kein Vitamin B12 Zusatz welcher aus natürlicher Quelle stammt. Vitamin B12 kommt in der Natur in nennenswerten Dosierungen ausschließlich in tierischen Produkten wie Hering, Rindfleisch, Käse und Eiern vor und würde daher zusätzlich nicht der veganen Lebensweise entsprechen.“

Ich stell mir an dieser Stelle die Frage, ob es nicht möglich wäre für die Produktion veganer Nahrungsergänzungsmittel das Vitamin B12 beispielsweise aus Nori- oder Clorella-Algen zu gewinnen oder auch aus milchsauer fermentierten Gemüsesorten. Vermutlich würde das den Preis für das Produkt in die Höhe treiben, doch glaube ich, dass es die Sache wert wäre. Daher ist das Produkt, trotz des überwiegend positiven Eindrucks,  für mich leider nur eingeschränkt empfehlenswert.

Ich hoffe, ich konnte Euch mit dieser Analyse wieder ein wenig helfen. Noch mehr Produktanalysen, findet Ihr in der „Im-Focus-Rubrik“ hier im Blog.

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Beatrice Schmidt ist zertifizierte Ernährungsberaterin mit Herzblut. Sie schreibt Fachartikel, Ratgeber und Kochbücher für die vegane und glutenfreie Küche.

Auf vielen Veggie-Messen kann man ihr beim Kochen auf den Showbühnen zu schauen und mit etwas Glück sogar mit machen.

Hier geht es zu ihren Büchern.

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