Die Schilddrüse: Schilddrüsenfehlfunktionen

Eine Fehlfunktion der Schilddrüse führt im Körperstoffwechsel zu erheblichen Einschränkungen. So können beispielsweise Vitalstoffe nicht richtig verarbeitet werden und das Cholesterin nicht seine  Aufgaben in ausreichendem Maße übernehmen.

Die drei hauptsächlichen und bekanntesten Fehlfunktionen sind die Unterfunktion und die Überfunktion der Schilddrüse sowie das Hashimoto Thyreoitis. Alle drei Fehlfunktionen werden in der Schulmedizin mit Hilfe von Laborwerten gemessen. Hierzu wird beim Arzt Blut entnommen und untersucht. Es gibt aber auch noch andere Indizien an denen sich diese Erkrankungen erkennen lassen.

Die Unterfunktion der Schilddrüse

Eine ausgeprägte Unterfunktion der Schilddrüse lässt sich bereits an bestimmten Veränderungen des Aussehens erkennen. Diese sind zum Beispiel

  • Gelblich gefärbte Fußsohlen und Handinnenflächen
  • Trockene, schuppige Haut,
  • Längsrillen in den Fingernägeln
  • Strohiges, trockenes Haar
  • Neigung zu blauen Flecken
  • Blasse Gesichtshaut
  • Schwellung der Augenoberlieder
  • u.v.m.

Auch können Depressionen und depressive Verstimmungen bei einer Unterfunktion der Schilddrüse häufiger zu Tage treten.

Neben diesen Veränderungen im Aussehen, können neben den klassischen Schilddrüsenwerten noch weitere Laborwerte Aufschluss darüber geben, ob eine Unterfunktion vorliegt. Hierzu gehören u.a.:

  • Erhöhtes Cholesterin
  • Calciumwert erniedrigt
  • Vitamin D erhöht (manchmal)
  • Magnesiumwert zu niedrig
  • Kupfer- und Eisenwert zu niedrig
  • Erhöhter Prolaktin-Wert

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse ist es wichtig auf jodreiche Nahrungsmittel zurückzugreifen. Jodhaltige pflanzliche Nahrungsmittel sind beispielsweise:

  • Algen
  • Brokkoli
  • Champignons
  • Grünkohl
  • Jodiertes Mineralwasser
  • Äpfel
  • Produkte aus Vollkorngetreide
  • Jodiertes Kochsalz

Ansonsten gilt: Lieber mehrere kleine als wenige große Mahlzeiten zu sich nehmen sowie auf eine gesunde, abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung setzen. Vollkornprodukte zählen hier genauso dazu, wie frisches regionale, saisonales Obst und Gemüse. Das Essen sollte möglichst bunt sein. Außerdem muss ausreichend gesunde Flüssigkeit, in Form von stillem Wasser und ungesüßten Kräuter- und Früchtetees zugeführt werden. Bei einer Umstellung der Ernährungsweise hilft der von mit geschriebenem Ratgeber Ich stell dann mal um.

Die Überfunktion der Schilddrüse

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion können verschieden Test Klarheit verschaffen. So gibt es Beispielsweise einen „Hocktest“. Bei diesem geht man für eine kurze Zeit in die Hocke und versucht dann aus eigener Kraft und ohne sich abzustützen wieder aufzustehen. Gelingt dies nicht, so gilt dies als Zeichen für eine Muskelschwäche in der Oberschenkelmuskulatur und ist somit ein Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion. Ein weiterer Test ist der „Arm-Ausstreck-Test“. Hierbei werden beide Arme ausgestreckt. Wenn man die Hände dabei nicht ruhig halten kann und diese anfangen zu zittern ist dies ebenfalls ein Indiz für eine Überfunktion der Schilddrüse. Außerdem gibt es ein paar weitere Symptome an denen sich diese Fehlfunktion gut erkennen lässt:

  • Herzrasen
  • Gewichtsverlust
  • Ständige Unruhe
  • u.v.m.

Auch hier können diverse Laborwerte einen Hinweis auf eine Überfunktion der Schilddrüse geben. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Erniedrigte Cholesterin
  • Calciumwert erhöht
  • Vitamin D zu niedrig

Eine der wichtigsten Ernährungsempfehlungen bei einer Schilddrüsenüberfunktion lautet: Ab sofort jodarme Nahrungsmittel bevorzugen. Denn Jod unterstützt die Überfunktion der Schilddrüse massiv. Da viele  tierische Nahrungsmittel, insbesondere Fisch, Milch und Milchprodukte sehr jodreich sind, sollten sie vermieden und stattdessen auf pflanzliche Produkte zurückgegriffen werden. Besonders jodarme pflanzliche Nahrungsmittel sind:

  • Himbeeren, Erdbeeren
  • Wurzelgemüse
  • Gerste, Hirse, Reis, Mais
  • Alle Arten von Kürbis und Melone
  • Petersilie
  • Pfefferlinge
  • Nüsse und Samen
  • u.v.m

Ansonsten gilt: Eine vollwertige Mischkost mit einem hohen Anteil an Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten, wenig bis gar kein Fleisch und schon ist alles in gesunden Bahnen. Wer sich noch nicht auf diese Weise ernährt, schafft dies ganz einfach mit meinem Ratgeber Ich stell dann mal um.

Hashimoto Thyreoiditis

Die Symptome für diese Automimunerkrankung sind sehr vielfältig. Oft kommen viele der Symptome auf einmal, manchmal auch nur einzeln vor. Hierzu zählen:

  • Müdigkeit, Vergesslichkeit, Gedächtnisverlust
  • Antriebslosigkeit
  • Erhöhte Kälteempfindlichkeit
  • Verstopfungen, Reizdarm
  • trockene Haut, Fingernägel
  • Heiserkeit
  • Gereiztheit, Depressionen
  • PMS, starke Regelblutung
  • Gewichtszunahme
  • Muskel- und Gelenkschmerzen

Eine Hashimoto Thyreoitis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Mit Hilfe der folgenden Maker ist der Arzt in der Lage diese Erkrankung festzustellen:

  • Entzündungmaker sind nicht im Normbereich
  • Feststellung von Antinukleären Antikörpern
  • Anstieg von Prolaktin
  • Veränderter Cortisolspiegel

Bei einer Hashimoto Thyreoitis muss die Ernährung abwechslungsreich, bunt und vollwertig sein. Denn auch hier gilt es den Körper bestmöglich mit Vitalstoffen zu versorgen.

Ganzheitlich orientierte Mediziner, wie zum Beispiel Dr. Datis Kharrazian und Chris Kresser aus den USA, sehen einen Zusammenhang zwischen der Zufuhr von Gluten und Hashimoto. Hierbei ist insbesondere des Klebereiweiß des Weizens gemeint. Im Zusammenhang mit der hier genannten Erkrankung empfehlen die Mediziner, wie auch bei einer Zöliaki, den kompletten Verzicht auf glutenhaltige Getreidesorten. Zu diesen Sorten gehören:

  • Weizen und Dinkel
  • Grünkern und Roggen
  • Gerste und Hafer

Glutenfreie Getreidesorten und somit geeignete Sorten sind:

  • Reis und Mais
  • Hirse und Buchweizen
  • Quinoa und Amaranth
  • Soja

In dem oben genannten Zusammenhang lautet meine Empfehlung: Ernährungsumstellung hin zu einer vollwertigen Mischkost und Verzicht auf alle glutenhaltige Getreidesorten. Auf diese Weise kann sich der möglicherweise geschädigte Darm erholen und der Körper wird besser mit Vitalstoffen versorgt. Das wiederum kann sich positiv auf die natürliche Entzündungsbekämpfung der Körpers auswirken und eine therapeutische Behandlung des Hashimoto´s sicherlich sehr gut unterstützen. Die Ernährungsumstellung kann allein, mit meinem Ratgeber Ich stell dann mal um oder auch mit Hilfe einer gut durchgeführten Ernährungsberatung.

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Beatrice Schmidt ist zertifizierte Ernährungsberaterin mit Herzblut. Sie schreibt Fachartikel, Ratgeber und Kochbücher für die vegane und glutenfreie Küche.

Auf vielen Veggie-Messen kann man ihr beim Kochen auf den Showbühnen zu schauen und mit etwas Glück sogar mit machen.

Hier geht es zu ihren Büchern.

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2 Kommentare

  • Maria

    Hallo,

    auf meiner Packungsbeilage der Schilddrüsenhormone steht, dass übermäßiger Sojaverzehr angegeben werden muss, da man dann die Hormongabe anpassen muss… das heißt, man braucht mehr Hormone.
    Ich weiß nicht ob man als Hashi unbedingt auf Sojaprodukte zurükgreifen sollte. (Bzw. generell bei Unterfunktion)

    liebe Grüße Maria

    • Liebe Maria,

      vielen Dank für den Hinweis bezüglich Soja. Interessanterweise ist es tatsächlich so, dass Soja ein östrogenähnliches Hormon enthält, von dem sich die Wissenschaftler noch nicht so ganz einig sind, welche Auswirkungen es auf den menschlichen Körper von uns Europäern haben kann. Daher schreiben Hersteller von bestimmten Medikamenten sicherheitshalber in ihre Beipackzettel, dass übermäßiger Sojaverzehr berücksichtigt werden sollte. Ich denke jedoch nicht, dass etwas dagegen spricht ein bis zweimal pro Monat (aus Genuss) auf ein möglichst naturbelassenes Sojaprodukt zurückzugreifen. Viel wichtiger ist es in meinem Augen tatsächlich auf alles zu verzichten was Gluten enthält. Letztendlich sollte aber jeder in sich hineinhören und aufmerksam auf die Signale des eigenen Körpers hören und wer dann feststellt, dass Soja nicht zu den Nahrungsmitteln gehört, die der Körper gerne mag, sollte man es einfach weglassen.

      Herzliche Grüße
      Beatrice

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